Wikinger Hauptstadt Haithabu

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BeserkViking
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Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von BeserkViking » Fr 14. Sep 2018, 03:50

Wikinger Hauptstadt Haithabu

Haithabu (altnordisch Heiðabýr, aus heiðr ‚Heide‘, und býr ‚Hof‘; dänisch/schwedisch Hedeby, lateinisch Heidiba; auch Haiðaby, Haidaby) ausgesprochen Heitabu

Einst war Haithabu für die Wikinger das Tor zur Welt: Von der mittelalterlichen Stadt an der Schlei in Schleswig-Holstein brachen sie zu Eroberungen auf, von hier trieben sie Handel mit Skandinavien, Irland, Konstantinopel oder Bagdad. Heute ist Haithabu das Tor zu einer 1000 Jahre alten, vergangenen Welt. Stück für Stück wird die älteste Stadt Nordeuropas, eine der größten Wikinger-Siedlungen weltweit, freigelegt, erforscht, im Museum präsentiert und teilweise rekonstruiert. Haithabu lag auf der Kimbrischen Halbinsel am Ende der Schlei in der Schleswigschen Enge (Isthmus) zwischen Nordsee und Ostsee in der Nähe des historischen Ochsenwegs (oder Heerweg). Der Ort gehörte wohl zur damaligen Verwaltungseinheit Arensharde. Heute gehört das Gebiet zu Deutschland, das Gelände ist ein Teil der Gemeinde Busdorf bei Schleswig im Kreis Schleswig-Flensburg.

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Grundriss der Ausgegrabenen Wikingersiedlung inklusive Wall

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Wikingergebäude des heutigen Freilichtmuseums

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Wo befindet sich dieses Haithabu eigentlich ?

Stadtgründung – die Wikinger kommen

Vermutlich waren es friesische Kaufleute, die sich im 8. Jahrhundert an der Schlei niederließen, einem schiffbaren Seitenarm der Ostsee, der 40 Kilometer weit ins Land reicht. Anfang des 9. Jahrhunderts siedelte der dänische König Kaufleute aus Dänemark zwangsweise in Haithabu an und folgte später selbst mit dem gesamten Heer.

Von Haithabu aus trieben die Kaufleute Handel mit der gesamten damals bekannten Welt. Und vom Hafen an der Schlei aus starteten die Nordmänner mit ihren schlanken, schnellen Schiffen, um auf Wikingfahrt zu gehen – kurz gesagt: um andere Völker zu überfallen und Beute zu machen.


Häuser, Schiffs- und Handelswege

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Wikinger-Ruderboot „Nökkvi“, 2009

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Archäologisch rekonstruierte Wikingerbauten

Die Schiffe konnten im flachen Wasser des Haddebyer Noores zum Anlegen auf dem Ufer gestrandet werden. Nach und nach wurden Uferbefestigungen gebaut und ein Weg angelegt.
In der Uferzone, in der die Bewohner immer mit Überschwemmungen rechnen mussten, entstanden einfache Holzhäuser. In den höher gelegenen Gebieten Haithabus hingegen standen die typischen Grubenhäuser, in die Erde eingetiefte Häuser, deren Wände aus Spaltbohlen oder lehmverkleideten Flechtwerk bestanden.
Das rund 26 Hektar große Siedlungsgebiet von Haithabu wurde von einem halbkreisförmigen Schutzwall umgeben, der rund neun Meter hoch war.
Der Wasserweg über die Schlei war nicht der einzige Zugang zu Haithabu: Die Wikinger nutzten die Schleswiger Landenge, die zwischen Haithabu und der Nordsee nur 18 Kilometer betrug. Schiffe, die von der Nordsee aus über die Eider fuhren und in Hollingstedt anlegten, wurden dort entladen und die Waren dann über Land bis Haithabu gebracht.
Dies alles geschah im Schutz des Danewerks, eines rund zwei Meter hohen Walls mit vorgelagerten Gräben. Das Danewerk schützte das Dänische Reich gegen Angreifer aus dem südlich angrenzenden Fränkischen Reich.


Handel und Handwerk

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Zeichen des Glücks und des Schutzes der Familie

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Wikinger Schmied, Bau einer Streitaxt

Das Zentrum der Stadt, die in ihrer Blütezeit 1500 bis 2000 Einwohner hatte, bildete der Hafen. Er wurde immer weiter ausgebaut, sodass auch größere Schiffe anlegen konnten. Dazu wurden zunächst kleine Steganlagen und danach mehrere Landebrücken aus Holz gebaut.
Bei Grabungen im Hafen wurden inzwischen über 1600 Pfostenstandspuren entdeckt. Doch der Hafen Haithabus war mehr als nur ein Anlegeplatz für die Schiffe. Er diente auch als Marktplatz, hier wurden Waren gelagert und: Er war auch die Mülldeponie der Stadt.
Durch den Import von Gütern, die vor Ort nicht verfügbar waren, entwickelten sich in Haithabu zahlreiche hoch spezialisierte Handwerke: Sehr weit entwickelt war die Kunst des Holzdrechselns, es entstanden aufwändige Goldschmiedearbeiten, filigrane Pressblecharbeiten, Perlen, Metallwerkzeuge und andere Schmiedearbeiten wie die Waffen der Wikinger.
Diese Waren wiederum dienten als Handelsgüter. Bodenuntersuchungen haben ergeben, dass Haithabu planmäßig angelegt war: Es gab Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete. Gerade die feuergefährlichen Gewerbe, die die Holzhäuser leicht in Brand setzten konnten, waren sicherheitshalber abseits der Bebauung angesiedelt.


Der Alltag

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Haithabu war das bedeutendste Fernhandelszentrum in ganz Nordeuropa – hier liefen nicht nur alle wichtigen Routen zusammen, es trafen Menschen unterschiedlichster Länder und Regionen zusammen. In der Blütezeit lebten in Haithabu vermutlich Skandinavier, Sachsen und Slawen, außerdem Händler und Handwerker aus so entfernten Gegenden wie dem byzantinischen Reich.
Doch auch wenn Haithabu eine wichtige und für ihre Zeit wohlhabende Stadt war, war das Alltagsleben der Menschen von harter Arbeit und dem Kampf ums nackte Überleben geprägt.
Für die Versorgung mit Lebensmitteln waren die Bewohner Haithabus auf den Handel angewiesen, denn Getreide und andere wichtige Güter mussten im Umland beschafft werden. Selbst versorgen konnte sich die Stadt nicht.


Die Wiederentdeckung Haithabus

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Im Jahr 1066 endete die nur 300-jährige Geschichte Haithabus. Nachdem die Stadt im Lauf der Jahrhunderte viele Angriffe überstanden hatte, bedeutete ein Überfall slawischer Truppen nun das Ende. Haithabu wurde zerstört, seine Funktionen als Handelszentrum gingen auf Schleswig am anderen Ufer der Schlei über.
Der Ort, an dem Haithabu einst stand, geriet in Vergessenheit, lediglich der Schutzwall blieb erhalten. Dass die Stadt existiert hatte, belegten schriftliche Quellen, nicht jedoch, wo sie gestanden hatte.
Erst 1897 kam der dänische Archäologe Sophus Müller zu der Auffassung, Haithabu müsse innerhalb des immer noch sichtbaren Halbkreises an der Schlei gelegen haben. Seine Theorie wurde 1900 bestätigt, als Johanna Mestorff, Direktorin des Museum vaterländischer Altertümer in Kiel, erste Grabungen in Auftrag gab.
Nach über 100 Jahren archäologischer Ausgrabungen und Forschungen ist bis heute ist nur ein geringer Teil Haithabus wiederentdeckt. Etwa fünf Prozent der Siedlung und 1,5 Prozent des Hafens wurden bisher ausgegraben.
Seit einiger Zeit kommen modernste Untersuchungsmethoden zum Einsatz: Mit geomagnetischen Messgeräten wurden ab 2002 die Fläche innerhalb und außerhalb des Halbkreiswalls untersucht. Auf diese Art können archäologische Funde ohne Ausgrabung entdeckt werden, da ihre Strukturen als magnetische Anomalien auftreten.
Dank dieser Methode konnten inzwischen Lage und Aufbau der Stadt rekonstruiert werden. Durch gezielte Ausgrabungen wurde der Erfolg der Geomagnetik bewiesen.


Das Museum

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Bootshalle des Museums 2010

1985 wurde das Wikinger Museum Haithabu in unmittelbarer Nähe der Fundstätten eröffnet. Es wird seither immer wieder erweitert. Neben den archäologischen Funden werden die Stadt und die umgebende Region präsentiert, Politik, Religion und Handelsbeziehungen der Zeit.
In der Schiffshalle ist das sogenannte "Wrack 1" zu besichtigen, das im Hafen von Haithabu geborgen wurde. Neu seit 2006 sind Rekonstruktionen von Häusern aus Haithabu. Sie wurden, samt Landungsbrücken-Nachbau, 2008 fertiggestellt.
Der rekonstruierte Siedlungsabschnitt umfasst sieben Häuser, darunter das Versammlungshaus und die Herberge. Die Dauerausstallung im Wikinger Museum bietet den Besuchern heute ein sehr anschauliches Bild des Alltagslebens vor 1000 Jahren.


Weltkulturerbe

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Ausgrabung von Haithabu 1930

2010 gaben sechs Staaten mit Wikingerstätten bekannt, sich gemeinsam um die Anerkennung als Weltkulturerbe bei der Unesco bewerben zu wollen. Deutschland beteiligt sich mit Haithabu und dem Danewerk am "Welterbe Wikinger".
Das Welterbe soll die Wikinger in ihren unterschiedlichen Facetten umfassen und ihre Kultur in ihrer Gesamtheit darstellen. Einige der Stätten sind bereits einzeln auf der Welterbeliste vertreten.
Mit dem transnationalen Antrag, der 2012 abgegeben werden soll, betreten die beteiligten Staaten Deutschland, Island, Dänemark, Norwegen, Schweden und Lettland absolutes Neuland. Die Anerkennung als Weltkulturerbe ist besonders für Deutschland interessant, da Haithabu und das Danewerk zu den bedeutendsten Stätten der Wikingerkultur gehören.


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Bisherige Bauten des Minecraft Projektes sind Innere Siedlungshäuser

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Turmdach

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Türme des Thing Hauses (Gerichtsgebäude) Bei uns heute wäre es ein Rathaus ^^

Als Thing oder Ding (altnordisch und neuisländisch þing, dänisch, norwegisch und schwedisch ting; oberdeutsch auch Thaiding von ahd. taga-ding) wurden Volks- und Gerichts­versammlungen nach alten germanischen Recht bezeichnet. Der Ort oder Platz, an dem eine solche Versammlung abgehalten wurde, wird Thingplatz oder Thingstätte genannt und lag häufig etwas erhöht oder unter einem Baum (Gerichtslinde), jedoch immer unter freiem Himmel. Die Orte dieser Gerichtsversammlungen wurden später auch Malstätte bzw. Malstatt genannt und mit Gerichtssteinen gekennzeichnet.


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Die Erste "unglückliche" Brücke

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Nicht Odins Rabe aber ... Verdammt Polly will immer Cracker verfressenes Vieh :3

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Hühnerstall auf dem Dorfplatz

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Dorfbrunnen

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Grundriss Kleines Lager

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Fertige Turmanlagen

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Blick über das Schneebiom mit KOP

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Haithabu von oben jedenfalls bisher

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Der Wikinger im Gerichtssaal als Henker

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Gemütlichkeit kehrt ein

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Das fertiggestellte Lagerhaus

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Hühnerstall 3.0

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Ygdrasil der Weltenbaum

Der Weltbaum, eine ungeheure Esche, welche ihre Aeste bis zum Himmel erhebt, und über die ganze Erde ausstreckt. Drei Wurzeln nähren dieselbe: die eine geht nach dem Aufenthalt der Götter Asgard, die andere in das Riesenland Jotunheim und die dritte nach Niflheim (Unterwelt). An dem Quell Urdarborn wohnen die drei heiligen Schicksalsnornen, welche diese Wurzeln täglich mit dem Wasser des Brunnens begiessen; dieser Born ist im Asenlande; bei der andern, Wurzel in Jotunheim ist der Mimirsbrunnen, und in dem Reiche der Hel der Quell Hwergelmer, aus welchem die Höllenflüsse entspringen. Der Baum ist bewohnt von verschiedenen Thieren, so von den Hirschen Dunair und Duratror, welche seine Blätterknospen abfressen; im Gipfel hauset ein Adler, der zwischen seinen Augen den Habicht Wedurfölner trägt; ganz unten an der Wurzel wohnt die Schlange Nidhögr, welche an des Baumes Wurzeln nagt; zwischen beiden läuft ein Eichhörnchen, Ratatösker, auf und ab, welches zwischen dem Adler und der Schlange Zwietracht zu stiften sucht. Letztere benagt ewig die Wurzeln des Baumes, um ihn zu fällen, wie die Hirsche seine Zweige benagen, doch wird er durch das Begiessen erhalten, und selbst beim Weltuntergange, bis zu welchem die Götter sich täglich in seinem Schatten versammeln, um Rath zu halten, wird er nicht untergehen, sondern nur heftig erschüttert werden.

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Blick von Oben

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Ich und Blue am Met trinken

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Wielands Schmiede (Das Thema ist riesig sollte Sich jemand dafür interessieren Suche bei Google Wieland Götterschmied)

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Heißer als die Hölle

IN BEARBEITUNG AUF STAND 18.09.2018 15:33 Uhr
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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von Blueeyestar » Fr 14. Sep 2018, 09:13

Ein sehr toller Beitrag. Vor allem in einer Geschichtsform. Sowas bitte mehr :D :D :D

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BeserkViking
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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von BeserkViking » Fr 14. Sep 2018, 11:53

Ich danke dir ;-) ! Es geht auch noch weiter. Eine Kleine Geschichtsstunde in Wikinger Kunde und eine Erklärung der meisten wichtigen Gebäude mit Alten Bildern Archäologischer Ausgrabungen wird Folgen. Ich danke euch für die Tolle Server Atmosphäre ! Alles für die Community <3

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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von BeserkViking » Sa 22. Sep 2018, 08:52

Die Wikinger : Das Volk der Wikinger Geschichtliche Fakten

Die Wikinger kamen aus dem Gebiet, das heute Dänemark, Schweden und Norwegen ist. Es war eine sich selbst versorgende bäuerliche Gesellschaft, wo Ackerbau und Viehzucht durch Jagd, Fischfang, Eisengewinnung und den Abbau von besonderen Gesteinsarten zur Herstellung von Wetzsteinen und Kochgerät ergänzt wurden. Obwohl es den Bauern gelang, das meiste selbst herzustellen, wurden gewisse Produkte gehandelt ­ zum Beispiel das für Mensch und Tier wichtige Salz. Das Salz ist eine Alltagsware, die wahrscheinlich nicht über weitere Strecken als notwendig herangeschafft wurde, während Luxusartikel aus dem südlicheren Europa importiert wurden. Eisen, Wetzsteine und Kochgerät aus Speckstein waren Exportartikel und wesentliche Ursache für das Aufblühen des Handels in der Wikingerzeit. Selbst in der Periode, als Wikingerüberfälle an der Tagesordnung waren, wurde zwischen Westeuropa und dem Heimatland der Wikinger Handel getrieben. Einen der wenigen Berichte, die wir über die Verhältnisse in Norwegen in der Wikingerzeit haben, verdanken wir dem nordnorwegischen Häuptling Ottar. Er besuchte König Alfred von Wessex als friedlicher Kaufmann, während Alfred gleichzeitig mit anderen Wikingerhäuptlingen regelrecht Krieg führte.

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Alfred von Wessex (Der Große)

Außer den westeuropäischen Schilderungen haben wir schriftliche Quellen von anderen Zeitgenossen der Wikinger ­ von reisenden Arabern und aus Byzanz. Kurzgefaßte Inschriften sind uns in der Heimat der Wikinger ebenfalls hinterlassen worden ­ in Holz und Stein geritzte Runen. Die Geschichten der Sagas aus dem 12. und 13. Jahrhundert haben uns ebenfalls viel über die Wikingerzeit zu erzählen, obwohl sie viele Generationen nach der Zeit geschrieben wurden, die sie schildern.

Welche Ursachen hatte die gewaltige Expansion im Laufe von nur wenigen Generationen? Stabile Staatsgründungen wie das Fränkische Reich und die angelsächsischen Königtümer in England hatten den Angreifern offensichtlich wenig entgegenzusetzen. Das Bild, das uns die schriftlichen Quellen vermitteln, ist vermutlich davon gefärbt; die Wikinger werden als schreckliche Räuber und Banditen dargestellt. Sicherlich waren sie das, aber sie müssen außerdem noch andere Eigenschaften gehabt haben. Einige ihrer Führer müssen höchst fähige Organisatoren gewesen sein. Zwar konnte mit Hilfe einer wirkungsvollen militärischen Taktik ein Krieg gewonnen werden; außerdem aber gründeten die Wikinger in eroberten Gebieten Königtümer. Einige wie zum Beispiel in Dublin und York überlebten die Wikingerzeit nicht; Island aber ist noch immer eine blühende Nation. Das Wikingerkönigtum in Kiew wurde zur Basis des Russischen Reiches, und die Spuren des hervorragenden Organisationstalents der Wikingerhäuptlinge sind noch heute deutlich sichtbar auf der Isle of Man und in der Normandie. In Dänemark hat man vom Ende der Wikingerzeit die Überreste von Verteidigungsanlagen gefunden, die als Sammelplatz für große Armeen dienten. Die Burgen sind kreisrund und in Quadranten aufgeteilt, mit quadratischen Gebäuden in jedem der vier Abschnitte. Die Burgen sind mit einer Präzision angelegt, die den ausgeprägten Sinn der Führer für Systematik und Ordnung bezeugt. Am Hof des dänischen Königs muß es gründliche Kenntnisse über Landvermessung und Geometrie gegeben haben.

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Verteidigungsanlagen von Trelleborgen (nachgebaut)

Eine Theorie schlägt als Ursachen für die Expansion in der Wikingerzeit Überbevölkerung und Ressourcenknappheit im Heimatland vor. Das archäologische Material bezeugt, daß parallel zur Expansion ins Ausland in dünn besiedelten Waldgebieten neue Höfe entstanden. Somit ist Überbevölkerung sicherlich ein mitwirkender Faktor. Eisengewinnung ist möglicherweise ein weiterer. Genügend Eisen, um für alle, die sich auf Kriegszug begaben, Waffen schmieden zu können, war für die Wikinger gleichbedeutend mit taktischer Überlegenheit.

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Soldaten der Wikinger Ohne die Gehörnten Helme diese waren nur eine Erfindung aus einer Oper

Krieger, Händler und Entdecker

Die Herkunft ihres Namens ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich ist, dass sich der Name aus dem altnordischen Wort für "Wik", das Bucht bedeutet, oder von der Wortwurzel "Wig" für Kampf herleitet. In Frankreich nannte man sie Normannen oder Nordmannen.

Die Wikinger lebten von Fischfang, Ackerbau und Viehzucht, doch der Mangel an fruchtbarem Land setzte ihnen Grenzen. Ende des 8. Jahrhunderts richteten sie ihre Beutezüge vor allem gegen die Britischen Inseln.


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Schlacht von Wikingern und Franken

Sie waren exzellente Schiffsbauer, großartige Seeleute und phantasievolle Künstler. Dank ihrer hochseetüchtigen Schiffe war es den Wikingern möglich, sich weit über die damals bekannten Horizonte hinauszuwagen. Auf der nördlichen Route über Schottland, die Faröer- und Shetland-Inseln, Irland und Island entdeckten und besiedelten sie Grönland und Neufundland. Es gilt als sicher, dass die Wikinger 500 Jahre vor Kolumbus Amerika entdeckten. Ausgrabungen in Neufundland beweisen, dass bis ins 14. Jahrhundert Handelsverbindungen zwischen Grönland und Nordamerika bestanden. Die Wikinger drangen über russische Flüsse nach Osteuropa vor, gelangten zur Halbinsel Krim, nach Konstantinopel und in den Orient. Es begann ein Zeitalter der Entdeckungen, des Handels und der Besiedelung. Zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert war kein europäisches Land vor den Wikingern sicher.

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Wikingerruine in Wessex England 851 Nach Christus

Über eine Zeitspanne von rund 300 Jahren entwickelte sich ein reger Schiffsverkehr. Dann brachen aus unbekannten Gründen Handel und Kontakte ab. Als keine Nachrichten mehr von Grönland nach Skandinavien kamen, sandte der norwegische König Magnus Eriksson Mitte des 14. Jahrhunderts eine Expedition aus, um nach dem Schicksal der Grönlandwikinger zu forschen. Sie fanden nur verlassene Siedlungen und Mauerreste. Wahrscheinlich verschwanden die Wikinger, als sich das Klima änderte. Das Inlandeis rückte immer weiter an die Sielungen der Küste heran und das Treibeis begrub die Fjorde.

Die Lieder der Edda und die nordischen Sagas beschreiben das abenteuerliche Leben der Nordmänner. Die Sagas und Dichtungen wurden mündlich überliefert und erst Jahrhunderte nach der Wikingerzeit aufgeschrieben. Die Wikinger selbst hinterließen lediglich Runensteine mit Inschriften.


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Wikinger Runenstein

Die Runen


Katholische Mönche des Mittelalters glaubten, dass die wikingischen Heiden Analphabeten waren. Tatsächlich benutzten die Wikinger aber schon lange vor Einführung des lateinischen Alphabets ihre eigene Schrift: die Runen. In der Mythologie ist überliefert, dass geheimnisvolle Kräfte in den Zeichen liegen.


Die Wikinger schrieben nicht mit Tinte oder Pergament, sondern schnitzten Buchstaben mit einer Messerspitze in Holz, Metall, Stein oder Knochen. In der englischen Sprache bedeutet das Wort "write" ursprünglich "mit einem scharfen Werkzeug einkerben".

Runen wurden verwendet für steinerne Nachrufe, Grenzpfosten oder Entfernungssteine auf Brücken und Straßen. Die Runensteine lassen Rückschlüsse auf die Fahrten der Wikinger zu.


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Runenschrift

Mythologie


Die Wikinger fühlten sich abhängig von der Gunst der Götter - ob auf der stürmischen und eisigen See, mit dem Pflug auf kargem Boden oder im Kampf um Land und Beute. Die skandinavischen Gottheiten bildeten zwei Gruppen: das Göttergeschlecht der Asen und die Wanen. In der Mythologie werden die Götter als zwei gegeneinander kämpfende Stämme dargestellt. Nach einer langen Zeit des Konflikts einigten sie sich und tauschten Geiseln aus. Zu den Asen gehören die berühmten nordischen Götter Odin und Thor.

Die von den Menschen bewohnte Welt heißt midgard. Land, Wasser und Himmel hatten die Götter aus dem Leib eines getöteten Riesen geschaffen. Die Wikinger glaubten an eine beseelte Schöpfung und an eine Vielzahl von Naturgeistern. Diese versinnbildlichten die Naturkräfte, die als Ahnengeister verehrt oder gefürchtet wurden.


die Kultur der Wikinger


Aufgrund von Funden und Ausgrabungen läßt sich inzwischen ein erstaunlich konkretes Bild einer Kultur zeichnen, von der nur wenig schriftliche und bildliche Überlieferungen aus verzerrter christlicher Sicht überliefert sind. Entgegen landläufigen Vorstellungen waren übrigens 95 % der Wikinger seßhaft, und nur ein kleiner Anteil auf hoher See unterwegs. Insofern ist der dem Skandinavischen entlehnte Name Wikinger durchaus irreführend, bezeichnet er doch Skandinavier auf Beutefahrt, also beim Plündern, Morden oder Handeln.
Die Kleidung der Wikinger zeigt sowohl regionale als auch Standesunterschiede. Während Sklaven einfache und ungefärbte Kleidung trugen, gab es für Männer wie für Frauen auch vergleichsweise farbenprächtige Kleidungsstücke, zum Teil mit Goldperlen und -fäden und Stickereien verziert. Schuhe waren nicht überall üblich, aber in einigen Siedlungen vorhanden. Auch eine eigene Frisurenmode läßt sich ausmachen, die abweicht vom seeräuberähnlichen Bild des wilden und ungepflegten Wikingers. So nahm denn auch die Herstellung der Kleidung neben der Zubereitung von Speisen den wichtigsten Teil der häuslichen Tätigkeiten bei den Wikingern ein. Aber auch die Zubereitung der beiden täglichen Mahlzeiten am Morgen und am Abend nahm viel Zeit in Anspruch, wobei die Speisen sich vor allem nach dem vor Ort verfügbaren Angebot richteten.

Neben Fisch und Getreide standen Tiere (vor allem Lamm, Rind, Schwein, Ziege und Pferd, hier und da auch Hunde, Katzen und Gänse) sowie Wildkräuter und -früchte auf dem Speiseplan vieler Wikinger. Kohl, Erbsen und Zwiebeln gehörten zu den wichtigsten Gemüsearten, also Gemüse, die die skandinavische Volksküche bis heute prägen. Wo kein Getreide angebaut wurde, hat man Brot sogar aus Erbsen und Kiefernborke hergestellt. Insbesondere die Getreideprodukte enthielten durch die groben Mühlsteine immer wieder Kies und andere Verunreinigungen, so daß schlechte Zähne die logische Folge waren. Salz zur Haltbarmachung von Speisen wurde aus Meerwasser gewonnen. Auch Einlegen in Salzwasser oder Trocknen waren als Konservierungsmethoden bekannt.
Die Wikingerfrauen stellten Bier und Met her, auch Obstweine waren bekannt. Dabei wohnten die Familien überwiegend in Gemeinschaftshäusern oder auf großen Gutshöfen. Auch die Sauna war bereits erfunden: In einer Art Schwitzbad fand auch die Körperpflege statt. Die einzelnen Siedlungen waren weitgehend autark. Die Nahrung wurde selbst hergestellt bzw. konserviert, die notwendigen Geräte wurden selbst geschnitzt, auch die angesehenen Schmiede waren in jeder größeren Ansiedlung vertreten.
Filigrane Holzschnitzereien trauen die wenigsten der wikingischen Kultur zu. Doch in der Tat gab es, vor allem in den größeren Siedlungen Spezialisten für kunsthandwerkliche Tätigkeiten und Verzierungen aller Art. Dabei hatten die kunsthandwerklichen Verzierungen als solche keinen praktischen Wert, zierten aber fast ausschließlich Gebrauchsgegenstände.

Erst jung ist die Beschäftigung mit den geistigen Hintergründen der Darstellungen und kunsthandwerklichen Motive der Wikinger. Doch gerade die Verwurzelung in der germanischen Mythologie hat geholfen, die scheinbaren Widersprüche zwischen dem wilden und rohen Krieger und dem kunsthandwerklich und ästhetisch versierten Wikinger aufzulösen. Nur die Wikinger, die im tapferen Kampf fielen, gelangten in das Kriegerparadies Valhall. Die überraschende Toleranz der Wikinger in Bezug auf die Religion sogar innerhalb der eigenen Familie erklärt die Schwierigkeiten der christlichen Missionierung: Für viele Wikinger war es unproblematisch neben ihren eigenen religiösen Vorstellungen eine weitere zu übernehmen, ohne sich dabei vom bisherigen Glauben lösen zu müssen.
Mehr als einmal haben sich scheinbar missionierte Wikinger als sehr flexibel erwiesen, und haben aus beiden Glaubensrichtungen quasi die Rosinen herausgepickt, d.h. christliche Elemente aufgenommen, ohne sich eindeutig zum Christentum zu bekennen. Auch traten viele Wikinger angesichts der von Christen angedrohten Apokalypse zur ersten Jahrtausendwende "vorsichtshalber" zum Christentum über. Dennoch hat die schrittweise Übernahme christlicher Einflüsse letztlich zum allmählichen Verschwinden einer eigenen Wikingerkultur und zur Anpassung an die mitteleuropäische mittelalterliche Kultur beigetragen. Gänzlich neu für die Wikinger war die Unterscheidung zwischen Gut und Böse im Christentum, da ihnen moralische Kategorien im mitteleuropäischen Sinne fremd waren. Sie unterschieden zwischen nützlichen und bedrohlichen Kräften und glaubten nicht an eine überirdische richtende oder strafende Instanz, was zum Ruhm ihres Muts und der fehlenden Angst beigetragen haben mag.
Die ersten Missionierungsversuche fallen schon in das 9. Jahrhundert, als der heilige Ansgar von Hamburg und später - nach einem Wikingerüberfall - von Bremen aus versuchte, die Wikinger zu christianisieren. Seine Reisen führten ihn bis nach Birka auf der Höhe des heutigen Stockholm.
Der Thing war die Versammlung der freien Wikinger bzw. - in Zeiten der sich bildenden regionalen oder staatsähnlichen Gebilde und schließlich der skandinavischen Staaten - ihrer Anführer. In zum Teil tage- oder wochenlangen Treffen unter freiem Himmel, häufig zur Zeit der Sommersonnenwende, wurden Regeln und Gesetze ausgearbeitet und Urteile in Streitfällen getroffen.


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Nahrungszubereitung über einer abgesteckten Feuerstelle (Ort Haithabu Freilichtmuseum)

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Brot backen in der Wikingerzeit (Mühlen wurden erst 200 Jahre später gebaut bei Sesshaftigkeit)

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Kleidung der Wikinger

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Ein Langhaus, Haus der Adligen

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Erklärung der verschiedenen Ebenen Yggdrasil der Weltenbaum

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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von FichdlMaa » Sa 22. Sep 2018, 10:56

Hallo BerserkViking,

danke für Deine sehr informativen Beiträge. Viel Erfolg und Freude beim Bauen.

LG FichdlMaa
:) Ich benutze Linux, weil es dafür keinen M$-IEx gibt :P

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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von BeserkViking » Sa 22. Sep 2018, 14:13

Ich danke für die Gute Kritik an meinem Beitrag ;-) !

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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von BeserkViking » Mo 24. Sep 2018, 22:00

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Danke ^^
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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von FichdlMaa » Di 25. Sep 2018, 13:35

+++ Also dann:

- (Getreide-)Felder bestellen und Brot backen (Holzofenbrot ist echt lecker)
- (Honig-)Met-Rezept einreichen (richtiger Met ebenso; alternativ fränkischer Honigwein))
- Einweihungsfeier und Platz dafür vorbereiten.

Ich komme dann gerne für ein paar Becher Met und frisches Brot bei Dir vorbei :D
(Schade, daß das in MC nur virtuell möglich ist :cry: )

GLG FichdlMaa
:) Ich benutze Linux, weil es dafür keinen M$-IEx gibt :P

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BeserkViking
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Re: Wikinger Hauptstadt Haithabu

Beitrag von BeserkViking » Mi 26. Sep 2018, 00:13

Hehe das ist noch Zukunftsmusik ^^ aber in In Wirklichkeit könnte ich auch ein Wikinger sein Breit Groß Wilder Bart und immer ne Pulle Met da :D !

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